Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung einer Latexallergie
In der Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz wird großes Augenmerk auf Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung einer Latexallergie gelegt. Die latexfreie Behandlung wird bei vielen PatientInnen bereits ab der Geburt begonnen. Besonders Kinder mit angeborenen Fehlbildungen haben ein erhöhtes Risiko, eine Latexallergie zu entwickeln. Allergische Reaktionen bei Latexallergie können von Bindehautentzündungen, Niesen, Asthmaanfällen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Speziell Kinder, die bereits in den ersten Lebenstagen operiert werden müssen, können eine Allergie entwickeln. Bei manchen Erkrankungen (z. B. Verschlussstörungen des Rückenmarks, urologische Fehlbildungen, etc. ) liegt das Risiko zur Entwicklung einer Latexallergie bei bis zu
70 %. Wenn bei diesen Eingriffen auf den Einsatz von latexhältigen Produkten verzichtet wird, sinkt das Risiko, an einer Latexallergie zu erkranken, um ein Vielfaches.
Ein Operationssaal und der Schockraum sind latexfrei ausgestattet. Dies gewährleistet jederzeit eine latexfreie Versorgung von akut behandlungsbedürftigen PatientInnen. Zusätzlich sind latexfreie Patientenzimmer auf allen Stationen jederzeit vorhanden.
Die latexfreie Versorgung der PatientInnen beschränkt sich nicht nur auf den pflegerischen und medizinischen Bereich, sondern umfasst auch alle therapeutischen und diagnostischen Einrichtungen. Daher wurde in einem Projekt die umfassende Problematik der Latexallergie im Krankenhaus behandelt.
Die Umsetzung der Ergebnisse des Latexallergie-Projektes betrifft alle Bereiche im Spitalsalltag -– von der Aufnahme bis zur Entlassung der Patienten. Dafür wurden Informationsveranstaltungen für alle MitarbeiterInnen aus den unterschiedlichsten Bereichen durchgeführt. Der Umgang mit den Materialien sowie der Ablauf der Eltern- bzw. Patienteninformation sind organisatorisch exakt geregelt.
Eine so genannte „Transparenzliste“, die alle latexfreien Alternativprodukte auflistet, ist an der Kinderklinik für alle MitarbeiterInnen zugänglich. Eine eigens entwickelte Informationsbroschüre steht für die Eltern bzw. Patienten zur Verfügung. Diese Broschüre informiert auch über die Gefahrenquellen für Latexallergiker im Alltag. So können Schnuller, Luftballons, Luftmatratzen, Wärmeflaschen, Einmalwindeln, Haushaltshandschuhe, Radiergummi, Klebe- oder Gummibänder und vieles mehr zu allergischen Reaktionen führen.
Das Ziel all dieser präventiven Maßnahmen ist, bei diagnostizierter Latexallergie eine allergische Reaktion zu vermeiden und bei Patienten der Risikogruppen die mögliche Entwicklung einer Latexallergie durch konsequente Allergenkarenz zu verhindern.