Wie viel und vor allem was soll mein Kind trinken?
Tipps und Tricks von der Landes- Frauen- u. Kinderklinik
Gerade im Urlaub werden in punkto Kindergetränke manchmal Ausnahmen genehmigt und die kleinen Erdenbürger kommen verstärkt in den Genuss, so genannte „Softdrinks“ konsumieren zu dürfen. Neben diesen „Feiertagen für die Kinder“ haben Eltern – gerade in Anbetracht der heißen Jahreszeit – oftmals Zweifel darüber, wie viel Flüssigkeit ihr Kind tatsächlich benötigt. Nicht zuletzt ein Grund dafür warum die Landes- Frauen- und Kinderklinik die Hintergründe dieser Thematik näher aufzeigen möchte.
Um die optimale Funktion der Zellen des menschlichen Organismus zu gewährleisten, ist es notwendig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Grundsätzlich werden Flüssigkeitsverluste wesentlich schlechter toleriert als eine Minderzufuhr von Nährstoffen. Die Folgen des Wassermangels sind unterschiedlich und reichen von Müdigkeit, Ungeduld, erhöhter Herzfrequenz, über Atemnot bis hin zu Sprechschwierigkeiten und Krämpfen.
Die große Frage, die sich jedoch stellt: Wie viel Flüssigkeit braucht mein Kind? Prinzipiell gelten für die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Kinder unterschiedliche Mengenempfehlungen: Im Alter von 0 bis vier Monaten wird ein Konsum von ca. 0,7 l empfohlen. Voll gestillte Babys haben keinen zusätzlichen Bedarf an Flüssigkeit (Ausnahme: starkes Schwitzen, Durchfall). Von vier bis zwölf Monaten sinkt dieser Wert auf rund 400 ml, da die restliche Flüssigkeitszufuhr über die feste Nahrung erfolgt. „Bei Säuglingen sollte die angegebene Menge von 400 ml, außer bei Fieber, Durchfall oder an sehr heißen Tagen, nicht wesentlich überschritten und das ständige Nuckeln an einem Fläschchen vermieden werden“, betont Diätassistentin Gabriele Ecklmayr von der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik. Zwischen dem ersten und dem vierten Lebensjahr gilt eine Flüssigkeitsmenge von 1 l als ideal. Von vier bis 13 Jahren steigt die Empfehlung auf rund 1,3 l an. Im Teenageralter – sprich zwischen 13 und 19 Jahren – empfehlen die Experten eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von ca. 1,5 l.
„Die oben angeführten Mengenangaben sind jedoch als Mindestmaße zu verstehen. Grundsätzlich kann ein Kind trinken, so viel es will – vorausgesetzt es werden die richtigen Getränke konsumiert“, ergänzt Gabriele Ecklmayr.
Der ideale Durstlöscher ist nach wie vor Wasser. Auch Mineralwasser ist möglich, es sollte jedoch für kleinere Kinder ohne Kohlensäure sein. Untersuchungen nach zu urteilen, gelten nach wie vor Limonaden wie Coca Cola oder Fanta als Lieblingsgetränke der Kinder und Jugendlichen. Auf Grund des hohen Kaloriengehalts und dem geringen Durstlöschereffekt wird von Limos bzw. jeglichen süßstoffhaltigen Getränken jedoch abgeraten. Auch Light-Getränke sollten auf Grund ihres Süßstoff-Gehaltes weitgehend vermieden werden. Besonders wichtig ist es, die Inhaltsstoffe der Etiketten genau zu lesen: Je kleiner der Fruchtsaftanteil, desto größer ist klarerweise der Anteil an Zusätzen, der dem Ausgangsprodukt Wasser Farbe, Geschmack, Säure und Süße verleiht. Fruchtsäfte enthalten beispielsweise von Natur aus einen relativ hohen Anteil an Fruchtzucker, bei anderen Getränken wie Fruchtsaftlimonaden oder Limonaden kommt der süße Geschmack von Haushalts- bzw. Traubenzucker. „Eine Untersuchung ergab beispielsweise, dass in einer einzigen Flasche Dreh & Drink 6,5 Stück Würfelzucker enthalten sind“, betont Ecklmayr.
Für Abwechslung im täglichen Trinkverhalten von Kindern sorgen beispielsweise ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. „Greifen Sie in diesem Zusammenhang auf die Tricks der Industrie zurück und füllen Sie die Getränke in bunte Flaschen oder Becher um. Generell gilt es, die Kinder von Anfang an nicht an zu süße Getränke zu gewöhnen und immer etwas zum Trinken dabei zu haben, denn oftmals werden eben nur ‚Softdrinks’ angeboten. Milch soll nicht als Durstlöscher, sondern als Nahrungsmittel in die tägliche Kost eingeplant werden“, so Ecklmayr abschließend.