Gesundheitliche Folgen durchs Frühstückssemmerl – Bestimmte Getreidesorten machen Zöliakie - Patienten krank
Das resche Semmerl zum Frühstück, ein paniertes Schnitzel und die saftige Torte in der Konditorei – alles Speisen, die für eine wachsende Zahl von Menschen vom Speiseplan gestrichen werden müssen. Die Betroffenen leiden nämlich an Zöliakie, einer Glutenunverträglichkeit, die ein Leben lang besteht und bei Nichteinhaltung der erforderlichen Diät schwere gesundheitliche Folgen haben kann.
„Gluten sind Eiweißbestandteile, die in verschiedenen Getreideformen enthalten sind. Bei Zöliakie-Patienten greifen diese Stoffe in einer Autoimmunreaktion die Dünndarmschleimhaut an und bringen die Darmzotten dazu, sich zurückzubilden. Daraus folgt, dass der Körper der Betroffenen die lebenswichtigen Nährstoffe nicht mehr aus dem Nahrungsbrei aufnehmen kann“, erläutert Gabriele Ecklmayr, Diätassistentin an der Landes-Frauen und Kinderklinik sowie Leiterin der Oberösterreichischen Zöliakie- Selbsthilfegruppe.
Ist die Diagnose gesichert, liegt vor den Betroffenen ein komplizierter Weg. Sie müssen alle glutenhältigen Lebensmittel aus ihrer Ernährung verbannen. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, erweist sich im täglichen Leben als Spießrutenlauf: „Nahrungsmittel, die offensichtlich Gluten enthalten wie Brot, Backwaren, Mehlspeisen, Teigwaren, panierte Speisen oder Getreideflocken kann man gut und klar erkennen, verstecktes Gluten in Fertiggerichten leider nicht auf den ersten Blick“, weiß die Diätassistentin aus Erfahrung. Deshalb bemühen sich Zöliakie-Vereine auch in ganz Europa seit Jahren um eine umfassende Deklarationspflicht.
Zu kämpfen haben die Patienten auch oftmals mit dem Unverständnis im Freundes- und Familienkreis. „,Das eine Semmerl wir dir schon nicht schaden’. – Solche Aussagen bekommen unsere Selbsthilfegruppen-Mitglieder immer wieder zu hören. Dabei ist jeder bewusste Ernährungsfehler unbedingt zu vermeiden, will man seine Glutenunverträglichkeit in den Griff bekommen. Die Devise muss vielmehr lauten: Im Zweifel nie!“, betont Gabriele Ecklmayr.
Halten sich die Betroffenen ein Leben lang an die Diät, kommt es zu einem Wiederaufbau der Darmzotten und der Patient lebt vollkommen gesund. Auch wenn es anfangs schwer ist, verzichten Zöliakie-Patienten nicht auf ihre Lebensqualität. Die Palette an glutenfreien Lebensmitteln wird immer größer und ab November 2005 werden alle übrigen Lebensmittel gekennzeichnet. Somit entfällt zumindest das genaue Lesen des Zutatenverzeichnisses. In der Gruppe fällt es zusätzlich leichter, mit den veränderten Lebensbedingungen zurecht zu kommen. Kochkurse, Vorträge und die persönlichen Gespräche helfen, ins ganz normale Leben zurückzufinden und trotz Zöliakie jeden Tag zu genießen.