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Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz weltweit Nummer zwei für Eingriffe am Herzen bei Ungeborenen im Mutterleib

Im Oktober 2000 gelang dem Primar des Instituts für Pränatalmedizin an der Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz, Dr. Wolfgang Arzt und Prim.Univ.-Doz. Dr. Gerald Tulzer, dem Leiter der Kinderkardiologie eine Weltsensation in der Kinderherzchirurgie: Erstmalig wurde weltweit eine Sprengung der Lungenarterienklappe bei einem Feten im Mutterleib erfolgreich durchgeführt. Die Herzklappe der heute knapp Sechsjährigen war komplett verschlossen, das Herz entsprechend geschwächt und das Kind daher nicht lebensfähig. Dank des Eingriffes in der 27. Schwangerschaftswoche wurde das kleine Mädchen gerettet, sie ist heute normal belastbar. Seit damals wurden weitere Herzeingriffe an Ungeborenen an der LFKK durchgeführt.

In den letzten fünf Jahren waren 13 Schwangere, bei deren Ungeborenen eine kritische Verengung der Aortenklappe diagnostiziert wurde, in der Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz in Betreuung. Vier der Feten kamen ohne Eingriff mit einem Einkammerherz, dem so genannten hypoplastischen Linksherz, bei dem die linke Herzhälfte unterentwickelt ist, auf die Welt. Ein Baby verstarb noch in der Schwangerschaft an seinem Herzfehler. Bei den übrigen acht ungeborenen Kindern wurde dagegen die schwierige Operation im Mutterleib vorgenommen.
„Wir punktieren bei diesem hoch riskanten Eingriff durch die Bauchdecke der Mutter die Herzkammer des Feten mit einer Nadel. Durch diese Nadel schieben wir einen Herzkatheter vor, durchstoßen die verschlossene oder verengte Herzklappe und dehnen sie mit einem vier Millimeter großen befüllten Ballon, der an der Spitze des Katheters sitzt“, erklärt Prim. Dr. Wolfgang Arzt den Vorgang. „Durch die Eröffnung der Klappe sichern wir das Überleben des Kindes, verhindern kardiale Sekundärschäden und können den natürlichen Verlauf des Herzfehlers zu einem Besseren wenden“, fährt er fort und Doz. Dr. Tulzer ergänzt „außerdem haben die Kinder am Ende der Schwangerschaft ein Herz mit zwei funktionsfähigen Kammern. Ohne diesen Eingriff werden sie dagegen mit einem schwächeren Einkammerherz geboren. Diese Babys sind ohne eine Operation  nach der Geburt nicht überlebensfähig.“

Bisher wurden in Linz fünf weitere Herzklappensprengungen erfolgreich durchgeführt, zuletzt am 22. November 2006. Das Kinderherzzentrum liegt damit nach der Harvard Medical School im amerikanischen Boston weltweit an zweiter Stelle für derlei Eingriffe. Drei der operierten Kinder leben heute mit einem Zweikammerherz, ein Baby kam nicht durch, das letzte befindet sich noch im Mutterleib.

Die hervorragende interdisziplinäre Kooperation des Pränatalmediziners Prim. Dr. Arzt und des Kinderkardiologen Prim.Univ.-Doz. Dr. Tulzer zeigt auf, dass Eingriffe an der Aortenklappe bei Ungeborenen im Mutterleib eine sehr fassbare Chance darstellen, ein Kind mit einem angeborenen, lebensgefährlichen Herzfehler zu retten. Verbreitet wird die erfolgreiche Methode von den beiden Experten durch wissenschaftliche Publikationen und internationale Vortragstätigkeiten an führenden Kliniken und Universitäten.