LINZ. Angeborene Herzfehler sind mit 1 Prozent die häufigsten Organfehlbildungen bei Neugeborenen. Setzte man neben der Echo-Kardiografie lange Zeit auf die Herz-Angiografie, so ist die derzeit modernste und umfassendste Untersuchungsmethode die Kernspintomografie. An der Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz (LFKK) wurde sie bereits erfolgreich an 100 Kindern durchgeführt.
Die Kernspintomografie ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Magnetfeldern arbeitet, qualitativ hochwertige Schnittbilder liefert und ganz ohne Röntgenstrahlen auskommt. Sie zeichnet sich durch vier wesentliche Faktoren aus: Sie ermöglicht eine detailgetreue dreidimensionale Darstellung des Herzens und des gesamten Gefäßsystems, sie stellt das Herz in Bewegung dar, sie erlaubt Funktionsanalysen mit dem Nachweis von Gefäß- oder Klappendefekten und schließlich lassen sich mit ihr der Herzmuskel und eventuelle Narbenbildungen veranschaulichen. „Es wird also ein komplexes Bild der Anatomie des Herzens und der großen Gefäße, der Herzbewegungen, der Funktion und des Zustandes des Herzmuskels möglich gemacht“, sagt Primaria Dr.in Brigitte Povysil, Leiterin des Institutes für Medizinische Radiologie-Diagnostik an der LFKK. „Damit ist erstmals eine ganzheitliche Beurteilung der Herzsituation möglich geworden.“
Das SpezialistInnenteam aus RadiologInnen und KardiologInnen kann die Informationen, die die Kernspintomografie liefert, zur Erarbeitung eines Therapieplanes, zur Festsetzung des optimalen Operationszeitpunktes, zu einer möglichen Intervention mittels Herzkatheter oder zur weiteren Verlaufskontrolle ausarbeiten und verwerten.
Die Untersuchung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. In dieser Zeit müssen die kleinen PatientInnen in der „MRT-Raumstation“ (MRT = Magnetresonanztomografie) möglichst ruhig liegen. Die Eltern können im Scanraum bleiben, um dem Kind ein größtmögliches Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Bereits während der Untersuchung werden erste Auswertungen durchgeführt, die am Ende mit den Eltern und dem Kind besprochen werden. Ein detailliertes Ergebnis liegt nach der Auswertung des kompletten Datensatzes vor. „Diese Hightech-Untersuchung sowie die Zusammenarbeit von ÄrztInnen aller Fachrichtungen garantieren den Kindern eine menschliche, hochqualitative und möglichst schonende Versorgung ihrer Herzerkrankung“, sagt OA Dr. Jürgen Steiner von der Kardiologie der LFKK. An der LFKK werden insgesamt ca. 4.000 PatientInnen mit Herzfehlern betreut.
